Kunst in St. Andreas
Die Instandsetzung des Kirchengebäudes dauerte mehr als zwanzig Jahre. Schon die äußerlich sichtbaren Schäden waren beträchtlich gewesen. So ragten beispielsweise die einst stolzen Türme als offene hohle Röhren in den Himmel. In zäher Beharrlichkeit wurden neue, dem alten Bild entsprechende Turmhelme errichtet, das Dach eingedeckt und die Maßwerke der Fenster rekonstruiert. Noch gravierender waren jedoch die Schäden an den Gewölben, deren Verbände sich gelockert hatten. Ihre Sicherung erforderte mehrjährige Arbeiten.Die
Neuausstattung: Werkgruppe von Jürgen Weber
Die Gestaltung des
Innenraumes war bestimmt von einem bewußten Willen zum Neubeginn. Die
bisherige Raumdisposition wurde grundlegend geändert. Die Akzente im
liturgischen Geschehen sollten durch moderne Kunstwerke gesetzt werden. Mit
der Ausführung wurde der Braunschweiger Bildhauer Jürgen Weber
beauftragt (geb. 1928 in Münster, seit 1961 Professor für Elementares
Formen an der Technischen Universität Braunschweig).
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Das Taufbecken ist als Brunnenschale konzipiert,
"Lebendiges Wasser" der treffende Titel dieses Bronzewerkes. Der
Schalenrand in der Form eines gerafften Tuches nimmt die sich in
Wellenringen verbreitenden, unsichtbar zuströmenden Wässer wieder auf.
Die gotischen Apsisnischen rahmen den neuen Taufraum
ein. |
| Der Altar ist als schwere Tischplatte aus Elmkalkstein gebildet, die auf vier Bronzesäulen ruht. Diese greifen das Motiv des Weinstockes mit seinen Reben auf. Aus Bronze ebenfalls das Altarkruzifix.... |
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| In den nachfolgenden Jahren kamen noch das Predigtpult
Brennender Dornbusch (1971),
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und die nunmehr in
Naturstein gefertigte Figurengruppe "Kreuzigung des Andreas" im
südlichen Seitenschiff hinzu.
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Hallenraum und
Glasfenster
Pfeiler, Mauern und Gewölbe
sind die überlieferten Zeugnisse der mittelalterlichen Frömmigkeit -
entstanden für damalige Formen im Glaubensleben. Im Laufe der Jahrhunderte
bildeten sich immer wieder neue Anforderungen heraus, die eine entsprechende
Ausstattung erforderten. Mit dem überlieferten steinernen Baukörper hatte auch
die Nachkriegszeit umzugehen: wegweisend war der frühe Entschluß, der Gemeinde
das Mittelschiff zwischen den romanischen Pfeilern vorzubehalten. Die
durchgängige Bodenbedeckung mit rötlichem Wesersandstein unterstreicht die
Weite der gotischen Hallenräume. Die im Spätmittelalter aufgeführten lichten,
hohen Seitenschiffe bieten heute ein geeignetes Forum für Aktionen und
Ausstellungen. Die Frage nach dem Orgelstandort war 1 965 allerdings noch
nicht endgültig entschieden. Der heutige Prospekt stammt von 1 970. In diesem
Zusammenhang sei auch der Neuguß des gesamten Glockengeläutes erwähnt, der
erst 1987/89 erfolgen konnte.
Die Glasfenster
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Die farbverglasten Fenster prägen durch die Lichtführung die gesamte Raumempfindung. Dabei sind die Fensterbahnen der Seitenschiffe nur in ihrem oberen Maßwerk mit Motiven versehen - ausgenommen einige kleine interessante Nebendarstellungen. In der Chorapsis konzentriert sich das Bildprogramm, hier werden die Fenster zu geschlossenen Farbbahnen gewandelt, die immer wieder neu und anders aufleuchten. Der Meister war Charles Crodel (geb. 1894 in Marseille als Sohn deutscher Eltern, gest. 1973 in München), der besonders durch Glasbildwerke bekannt geworden ist, die auch in Frankfurt und Hamburg zu finden sind. Als wirksame Vorbilder gelten E. L. Kirchner und E. Munch. Crodel war in nationalsozialistischer Zeit verfemt; 1956 berief man ihn zum Mitglied der Akademie der Künste in Westberlin. |
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